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Tanja Bülter
Tanja Bülter
Moderatorin, Autorin, Resilienz- und systemisches Coaching
Lesezeit:
5 Minuten
Veröffentlichungsdatum
26.11.2025
Starke Stimme, klare Botschaft: Wie du im Arztgespräch und in der Telemedizin selbstbewusst auftrittst
Gut zu wissen

Starke Stimme, klare Botschaft: Wie du im Arztgespräch und in der Telemedizin selbstbewusst auftrittst

Starke Stimme, klare Botschaft: Wie du im Arztgespräch und in der Telemedizin selbstbewusst auftrittst

Mit einem Stift in der Hand saß ich im Untersuchungszimmer und war bereit, alles zu notieren. Meine Absicht als Journalistin war es, zu begreifen, festzuhalten und alles mitzubekommen. Die Ärztin redete jedoch auf mich ein, verwendete einen Fachausdruck nach dem anderen, ohne auch nur einmal zu fragen, wie es mir geht – keine Empathie, keine Orientierung. Ich hatte das Gefühl, klein zu sein, überrollt und machtlos.


Diese Erfahrung verdeutlicht ein wesentliches Problem: Während Ärzte genau wissen, was sie erwartet, betreten Patienten eine Welt voller Fachwissen und komplexer Abläufe. Das Ungleichgewicht existiert, die Abhängigkeit ist offensichtlich – und in derartigen schwierigen Phasen ist es besonders wichtig, die eigene Stimme zu entdecken und mit Überzeugung aufzutreten.



Weshalb Selbstbewusstsein entscheidend ist

Nach diesem Erlebnis habe ich einiges dazugelernt. Wer in der Unterhaltung mit dem Arzt aktiv Fragen stellt, Prioritäten bestimmt und nach Klarheit verlangt, kann:


Und ich bin der Meinung, selbstbewusst aufzutreten bedeutet nicht, aggressiv zu sein, sondern die eigenen Bedürfnisse klar zu kommunizieren. Das finde ich ganz entscheidend. 



Strategien für ein selbstbewusstes Auftreten 

1. Vorbereitung 

Schreibe deine Fragen und die wichtigsten Punkte im Voraus auf. Verwende einen Notizblock, ein Tablet oder eine App – alles, was dir hilft, strukturiert zu bleiben. 


2. Prioritäten festlegen 

Denk darüber nach, welche Informationen für dich am relevantesten sind. Starte das Gespräch mit den zentralen Aspekten, damit sie nicht verloren gehen. 


3. Körpersprache und Stimme Gerade sitzen, Blickkontakt halten, deutlich reden. 

Bei Unklarheiten die Frage nochmals stellen: „Kann ich das noch einmal mit einfachen Worten hören bitte?“


4. Fachterminologie 

Erhalte Erklärungen zu Begriffen, die dir nicht bekannt sind. Schreibe sie auf und 

bitte gegebenenfalls um Beispiele.


5. Gezielte Nutzung der Telemedizin

Bereite dich vor wie für ein persönliches Gespräch. Ruhige Umgebung, klare Kamera / Mikrofon, kurze Notizen zur Hand.



Meine persönliche Lektion

Aus diesem ersten Diagnosegespräch habe ich gelernt, dass Vorbereitung und eine klare Struktur entscheidend sind. Ich war danach nicht mehr nur eine passive Patientin, sondern konnte aktiv mitgestalten, für Verständnis sorgen und Entscheidungen treffen. Auch wenn das nicht jeder Arzt begrüßt, weil die Zeit meist knapp ist. Letztlich ist es aber MEIN Leben, meine Gesundheit. 


Für die Telemedizin gilt für mich: Die Distanz kann zwar verunsichern, aber mit einer guten Vorbereitung und klaren Fragen bleibt man auch hier Herr seiner eigenen Gesundheit.



Kleine Übung zur Stärkung des Selbstbewusstseins


Diese kleine Übung garantiert, dass du mit Sicherheit, Struktur und deiner eigenen Stimme ins Gespräch gehst. Das kannst du wunderbar vorab zuhause üben und auch mal mit dem Handy aufnehmen. Selbstkontrolle ist hier ein wichtiges Stichwort. 


Oft sind wir Patienten in einer Machtposition benachteiligt, vor allem wenn es um ernste Diagnosen geht und nicht nur um einen Schnupfen. Doch mit Vorbereitung, klarer Priorität, Stimme und Körpersprache sowie aktivem Nachfragen kannst du dich rüsten.


Mein Ratschlag: Sei vorbereitet, beteilige dich aktiv, bewahre deine Neugier und dein Selbstbewusstsein – du bist Experte für dein eigenes Leben und dein Körperbewusstsein zählt. 

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