Stille Migräne ist keine leichte Version von Migräne, sondern eine der unsichtbarsten und gleichzeitig missverstandenen Formen der Erkrankung.
Wer das Wort Migräne hört, denkt an pochende Kopfschmerzen, dunkle Räume und den kompletten Rückzug aus dem Alltag. Was viele nicht wissen: Es gibt eine Form, bei der genau diese zentralen Symptome fehlen. Die Betroffenen haben keine Schmerzen, keinen klassischen Anfall und leiden trotzdem. Auch deshalb, weil sie oft nicht ernst genommen werden.
Medizinisch spricht man von einer “Migräne mit Aura ohne Kopfschmerz” oder auch von einer azephalalgischen Migräne. Dabei handelt es sich nicht um eine abgeschwächte Variante der klassischen Version, sondern um eine neurologische Erkrankung, bei der typische Migräne-Prozesse im Gehirn ablaufen, nur eben ohne den bekannten Schmerz.
Doch wie kann man sich dann die stille Migräne vorstellen? Für Betroffene ist das, was passiert, beunruhigend. Für Außenstehende schwer greifbar. Plötzlich flimmert das Sichtfeld, Linien erscheinen, als hätte jemand einen Filter über die Realität gelegt. Es kommt zu Taubheitsgefühlen, Sprachproblemen oder Schwindel. Symptome, die eher an einen Schlaganfall erinnern als an das, was wir landläufig unter dem Begriff Migräne verstehen.
„Es fühlt sich an, als würde das Gehirn kurz die Kontrolle verlieren – ohne Vorwarnung und ohne Schmerz als Erklärung“, versuchen Betroffene das Leiden in Worte zu fassen. Und genau das ist auch der Punkt: Ohne Schmerz fehlt die Einordnung. Viele merken erst spät, dass es sich überhaupt um Migräne handelt. Denn die stille Migräne hat zwar Vorboten, Aura und Erholungsphasen – also die gleichen Phasen wie eine klassische Attacke – überspringt aber die eigentliche Kopfschmerz-Phase komplett. Und das macht sie so tückisch.
Vor allem auch deshalb, weil stille Migräne nicht zu dem passt, was wir unter Kranksein verstehen. Wer keine Schmerzen hat, gilt schnell als nicht wirklich betroffen. Dabei können die Einschränkungen massiv sein. Sehstörungen machen Autofahren unmöglich, Sprachprobleme sprengen Meetings und der Schwindel hebelt mal eben den Alltag aus. Heißt im Klartext: Selbst ohne Kopfschmerz kann eine Attacke die Funktionsfähigkeit komplett lahmlegen. Denn nur weil es nicht wehtut, heißt es nicht, dass es harmlos ist.
Medizinisch ist klar: Auch die stille Migräne basiert auf neurologischen Prozessen im Gehirn. Die sogenannte Aura entsteht durch vorübergehende Funktionsstörungen im Nervensystem – häufig im visuellen Kortex. Und: Sie betrifft keineswegs nur Einzelfälle. Zwar ist sie seltener als andere Migräneformen, aber dennoch Teil eines Spektrums, das insgesamt Millionen Menschen betrifft. Schätzungen zufolge erleben etwa 10 bis 20 Prozent der Migränepatient:innen Auren, ein kleiner Teil davon ohne nachfolgenden Kopfschmerz.
Dabei ist es vielleicht das größte Problem die Tatsache, dass viele das Krankheitsbild gar nicht kennen oder nicht ernst nehmen. Selbst, wenn man auch betroffen ist. Denn dann werden Beschwerden dem Stress oder Kreislauf zugesprochen oder sogar als Einbildung abgetan. Auch deshalb, weil die Symptome oft nach 20 bis 60 Minuten wieder verschwinden – als wäre nichts gewesen. Erst wenn man jemanden kennt, der betroffen ist – oder selbst eine Episode erlebt – verändert sich die Perspektive. Wenn man es denn schafft, die Symptome in klare Worte zu fassen. Denn auch das ist nicht immer einfach. Denn wie beschreibt man jemanden, dass man plötzlich Teile seines Sichtfeld verliert oder Wörter nicht mehr kennt? Ohne Kopfschmerzen als vermeintlichen Beweis.
Denn genau das ist eben der Knackpunkt. Wer an Migräne denkt, bringt sie mit starken Kopfschmerzen in Verbindung. Das führt dazu, dass andere Diagnosen übersehen werden oder der medizinische Kontext nicht sofort hergestellt werden kann. Dabei ist Migräne eben keine reine Schmerzkrankheit, sondern eine neurologische Störung, die viele Gesichter hat.
Genau deshalb ist Aufklärung so wichtig. Noch mehr als schnelle Diagnosen oder Bagatellisierung braucht es allerdings vor allem eines: Verständnis. Denn stille Migräne bedeutet oft, mit etwas zu leben, das man nicht sieht – und das andere deshalb schwer nachvollziehen können. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Bilder auch einmal zu verdeutlichen und die Krankheit nicht daran zu messen, wie sehr sie wehtut, sondern wie sehr sie das Leben beeinflusst
Stille Migräne ist keine leichte Version von Migräne, sondern eine der unsichtbarsten und gleichzeitig missverstandenen Formen der Erkrankung.
Wer das Wort Migräne hört, denkt an pochende Kopfschmerzen, dunkle Räume und den kompletten Rückzug aus dem Alltag. Was viele nicht wissen: Es gibt eine Form, bei der genau diese zentralen Symptome fehlen. Die Betroffenen haben keine Schmerzen, keinen klassischen Anfall und leiden trotzdem. Auch deshalb, weil sie oft nicht ernst genommen werden.
Medizinisch spricht man von einer “Migräne mit Aura ohne Kopfschmerz” oder auch von einer azephalalgischen Migräne. Dabei handelt es sich nicht um eine abgeschwächte Variante der klassischen Version, sondern um eine neurologische Erkrankung, bei der typische Migräne-Prozesse im Gehirn ablaufen, nur eben ohne den bekannten Schmerz.
Doch wie kann man sich dann die stille Migräne vorstellen? Für Betroffene ist das, was passiert, beunruhigend. Für Außenstehende schwer greifbar. Plötzlich flimmert das Sichtfeld, Linien erscheinen, als hätte jemand einen Filter über die Realität gelegt. Es kommt zu Taubheitsgefühlen, Sprachproblemen oder Schwindel. Symptome, die eher an einen Schlaganfall erinnern als an das, was wir landläufig unter dem Begriff Migräne verstehen.
„Es fühlt sich an, als würde das Gehirn kurz die Kontrolle verlieren – ohne Vorwarnung und ohne Schmerz als Erklärung“, versuchen Betroffene das Leiden in Worte zu fassen. Und genau das ist auch der Punkt: Ohne Schmerz fehlt die Einordnung. Viele merken erst spät, dass es sich überhaupt um Migräne handelt. Denn die stille Migräne hat zwar Vorboten, Aura und Erholungsphasen – also die gleichen Phasen wie eine klassische Attacke – überspringt aber die eigentliche Kopfschmerz-Phase komplett. Und das macht sie so tückisch.
Vor allem auch deshalb, weil stille Migräne nicht zu dem passt, was wir unter Kranksein verstehen. Wer keine Schmerzen hat, gilt schnell als nicht wirklich betroffen. Dabei können die Einschränkungen massiv sein. Sehstörungen machen Autofahren unmöglich, Sprachprobleme sprengen Meetings und der Schwindel hebelt mal eben den Alltag aus. Heißt im Klartext: Selbst ohne Kopfschmerz kann eine Attacke die Funktionsfähigkeit komplett lahmlegen. Denn nur weil es nicht wehtut, heißt es nicht, dass es harmlos ist.
Medizinisch ist klar: Auch die stille Migräne basiert auf neurologischen Prozessen im Gehirn. Die sogenannte Aura entsteht durch vorübergehende Funktionsstörungen im Nervensystem – häufig im visuellen Kortex. Und: Sie betrifft keineswegs nur Einzelfälle. Zwar ist sie seltener als andere Migräneformen, aber dennoch Teil eines Spektrums, das insgesamt Millionen Menschen betrifft. Schätzungen zufolge erleben etwa 10 bis 20 Prozent der Migränepatient:innen Auren, ein kleiner Teil davon ohne nachfolgenden Kopfschmerz.
Dabei ist es vielleicht das größte Problem die Tatsache, dass viele das Krankheitsbild gar nicht kennen oder nicht ernst nehmen. Selbst, wenn man auch betroffen ist. Denn dann werden Beschwerden dem Stress oder Kreislauf zugesprochen oder sogar als Einbildung abgetan. Auch deshalb, weil die Symptome oft nach 20 bis 60 Minuten wieder verschwinden – als wäre nichts gewesen. Erst wenn man jemanden kennt, der betroffen ist – oder selbst eine Episode erlebt – verändert sich die Perspektive. Wenn man es denn schafft, die Symptome in klare Worte zu fassen. Denn auch das ist nicht immer einfach. Denn wie beschreibt man jemanden, dass man plötzlich Teile seines Sichtfeld verliert oder Wörter nicht mehr kennt? Ohne Kopfschmerzen als vermeintlichen Beweis.
Denn genau das ist eben der Knackpunkt. Wer an Migräne denkt, bringt sie mit starken Kopfschmerzen in Verbindung. Das führt dazu, dass andere Diagnosen übersehen werden oder der medizinische Kontext nicht sofort hergestellt werden kann. Dabei ist Migräne eben keine reine Schmerzkrankheit, sondern eine neurologische Störung, die viele Gesichter hat.
Genau deshalb ist Aufklärung so wichtig. Noch mehr als schnelle Diagnosen oder Bagatellisierung braucht es allerdings vor allem eines: Verständnis. Denn stille Migräne bedeutet oft, mit etwas zu leben, das man nicht sieht – und das andere deshalb schwer nachvollziehen können. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Bilder auch einmal zu verdeutlichen und die Krankheit nicht daran zu messen, wie sehr sie wehtut, sondern wie sehr sie das Leben beeinflusst