Oft eine billige Pointe, aber eigentlich eine chronische Krankheit: Eine Zwangsstörung belastet Betroffene jeden Tag aufs Neue. Wie findet man den richtigen Umgang mit einer Krankheit, die Einfluss auf alle Aspekte des Alltags nimmt und ihre Opfer gedanklich nie zur Ruhe kommen lässt?
“Boah, das triggert jetzt aber mein OCD!”, dieser Satz geht vielen Menschen im Alltag mal schnell über die Lippen. Für tatsächliche Betroffene einer Zwangsstörung kann das schnell verharmlosend wirken: Hinter der Obsessive Compulsive Disorder, kurz OCD, oder zu Deutsch einer Zwangsstörung steckt nämlich viel mehr als die Genervtheit über ein falsch einsortiertes Buch. Die Krankheit bedeutet für Patient:innen, ihren Zwängen jeden Tag aufs Neue zu unterliegen und ihren Alltag nach ihnen auszurichten – ein Leben lang. Woher kommen die Zwänge, können Betroffene ihren Alltag trotzdem bewältigen und wie findet man einen guten Umgang mit Zwangsgedanken und -handlungen? Der ungeschönte Blick auf die Krankheit bietet Einblicke in eine Gedankenwelt, die vielen Menschen fremd ist.
Bei einer Zwangsstörung handelt es sich um eine chronische mentale Krankheit, bei der die Betroffenen ihr gesamtes Tun nach Zwangsgedanken und Zwangshandlungen ausrichten. Dieser Zwang kommt nicht von außen, sondern manifestiert sich im Innenleben der Betroffenen. Er kann auch schon im jungen Alter, ab etwa zehn Jahren, vorkommen und somit Einfluss auf die Kindheit, Jugend und das gesamte restliche Leben nehmen.
Die Zwänge werden von den Betroffenen oftmals als quälend wahrgenommen und bestimmen ihren Alltag: Wer zwanghaft überprüfen muss, ob der Herd auch wirklich ausgeschaltet wurde, kommt schnell zu wichtigen Terminen zu spät oder kann sich zwischen den Zwangsgedanken nur schlecht auf den Inhalt des Arbeitsmeetings konzentrieren. Die soziale Isolation, die oft aus Scham oder Selbstschutz folgt, belastet Betroffene zusätzlich immens und erschwert es noch mehr, die Zwangsstörung nicht das gesamte Leben bestimmen zu lassen.
Aber woher kommt eine Zwangsstörung? Die Ursprünge können mannigfaltig sein: Traumatische Erlebnisse, die den Betroffenen das Gefühl der Kontrolle entziehen, oder auch eine genetische oder persönlichkeitsbedingte Veranlagung können dazu führen, dass Zwänge sich manifestieren. Selbst die Erziehung, die Betroffene als Kinder genossen haben, kann Einfluss auf die Entwicklung einer Zwangsstörung im Laufe des Älterwerdens haben. Weil Patient:innen häufig auch große Sorge vor drastischen Konsequenzen haben, sollten sie den Gedanken und Handlungszwängen nicht folgen, können sie diese auch nicht einfach “abschütteln” – als Konsequenz kommt es zu einer festen Verankerung der Zwänge im täglichen Leben.
Eine Zwangsstörung kann verschiedenste Formen annehmen und sich von Person zu Person unterschiedlich zeigen. Allerdings gibt es einige Zwänge, die häufiger vorkommen, als andere, so beispielsweise:
Auch “kleinere” Verhaltensmuster wie zwanghaftes Zählen, Wiederholen bestimmter Handlungsabläufe oder der Drang, an den Fingern zu kauen, können Teil einer Zwangsstörung sein. In allen Fällen spielen die Ritualisierung der Handlungen und der Druck durch Zwangsgedanken eine große Rolle im Krankheitsbild.
Der erste Schritt dazu, einen Umgang mit der eigenen Zwangsstörung zu finden, ist die Psychotherapie. Gerade wenn Betroffene in ihrer chronischen Erkrankung nicht therapeutisch begleitet werden, können sich die Zwänge drastisch verschlimmern und uneingeschränkten Einfluss auf den Alltag nehmen – sodass Betroffene sich schnell in einem Teufelskreis wiederfinden, aus dem ein Ausstieg nur sehr schwer möglich ist. Daher kann insbesondere eine Verhaltens- oder Konfrontationstherapie den Patient:innen dabei helfen, ihrer Zwangsstörung den nötigen, aber keinen überbordenden Raum im Alltag zu bieten. Im Zuge der Therapie kann es auch zur medikamentösen Behandlung kommen, die allerdings immer ärztliche Begleitung benötigt.
Aber auch im sozialen Umgang mit Zwangsstörungen brauchen Betroffene viel Unterstützung: Wer mit einer Krankheit lebt, die popkulturell und gesellschaftlich oft als lustige Pointe oder kauzige Eigenart geframed wird, wird in seinem Leiden in vielen Fällen nicht ernst genug genommen. OCD ist viel mehr als ein Scherz, weil die Bücher im Regal nicht alphabetisch geordnet oder die Schüsseln in der Küche unordentlich sortiert wurden. Betroffene benötigen von ihren Liebsten Unterstützung, wenn die Zwänge überhandnehmen – am Besten in Form der Ermutigung, sich professionelle Hilfe zu suchen.
Oft eine billige Pointe, aber eigentlich eine chronische Krankheit: Eine Zwangsstörung belastet Betroffene jeden Tag aufs Neue. Wie findet man den richtigen Umgang mit einer Krankheit, die Einfluss auf alle Aspekte des Alltags nimmt und ihre Opfer gedanklich nie zur Ruhe kommen lässt?
“Boah, das triggert jetzt aber mein OCD!”, dieser Satz geht vielen Menschen im Alltag mal schnell über die Lippen. Für tatsächliche Betroffene einer Zwangsstörung kann das schnell verharmlosend wirken: Hinter der Obsessive Compulsive Disorder, kurz OCD, oder zu Deutsch einer Zwangsstörung steckt nämlich viel mehr als die Genervtheit über ein falsch einsortiertes Buch. Die Krankheit bedeutet für Patient:innen, ihren Zwängen jeden Tag aufs Neue zu unterliegen und ihren Alltag nach ihnen auszurichten – ein Leben lang. Woher kommen die Zwänge, können Betroffene ihren Alltag trotzdem bewältigen und wie findet man einen guten Umgang mit Zwangsgedanken und -handlungen? Der ungeschönte Blick auf die Krankheit bietet Einblicke in eine Gedankenwelt, die vielen Menschen fremd ist.
Bei einer Zwangsstörung handelt es sich um eine chronische mentale Krankheit, bei der die Betroffenen ihr gesamtes Tun nach Zwangsgedanken und Zwangshandlungen ausrichten. Dieser Zwang kommt nicht von außen, sondern manifestiert sich im Innenleben der Betroffenen. Er kann auch schon im jungen Alter, ab etwa zehn Jahren, vorkommen und somit Einfluss auf die Kindheit, Jugend und das gesamte restliche Leben nehmen.
Die Zwänge werden von den Betroffenen oftmals als quälend wahrgenommen und bestimmen ihren Alltag: Wer zwanghaft überprüfen muss, ob der Herd auch wirklich ausgeschaltet wurde, kommt schnell zu wichtigen Terminen zu spät oder kann sich zwischen den Zwangsgedanken nur schlecht auf den Inhalt des Arbeitsmeetings konzentrieren. Die soziale Isolation, die oft aus Scham oder Selbstschutz folgt, belastet Betroffene zusätzlich immens und erschwert es noch mehr, die Zwangsstörung nicht das gesamte Leben bestimmen zu lassen.
Aber woher kommt eine Zwangsstörung? Die Ursprünge können mannigfaltig sein: Traumatische Erlebnisse, die den Betroffenen das Gefühl der Kontrolle entziehen, oder auch eine genetische oder persönlichkeitsbedingte Veranlagung können dazu führen, dass Zwänge sich manifestieren. Selbst die Erziehung, die Betroffene als Kinder genossen haben, kann Einfluss auf die Entwicklung einer Zwangsstörung im Laufe des Älterwerdens haben. Weil Patient:innen häufig auch große Sorge vor drastischen Konsequenzen haben, sollten sie den Gedanken und Handlungszwängen nicht folgen, können sie diese auch nicht einfach “abschütteln” – als Konsequenz kommt es zu einer festen Verankerung der Zwänge im täglichen Leben.
Eine Zwangsstörung kann verschiedenste Formen annehmen und sich von Person zu Person unterschiedlich zeigen. Allerdings gibt es einige Zwänge, die häufiger vorkommen, als andere, so beispielsweise:
Auch “kleinere” Verhaltensmuster wie zwanghaftes Zählen, Wiederholen bestimmter Handlungsabläufe oder der Drang, an den Fingern zu kauen, können Teil einer Zwangsstörung sein. In allen Fällen spielen die Ritualisierung der Handlungen und der Druck durch Zwangsgedanken eine große Rolle im Krankheitsbild.
Der erste Schritt dazu, einen Umgang mit der eigenen Zwangsstörung zu finden, ist die Psychotherapie. Gerade wenn Betroffene in ihrer chronischen Erkrankung nicht therapeutisch begleitet werden, können sich die Zwänge drastisch verschlimmern und uneingeschränkten Einfluss auf den Alltag nehmen – sodass Betroffene sich schnell in einem Teufelskreis wiederfinden, aus dem ein Ausstieg nur sehr schwer möglich ist. Daher kann insbesondere eine Verhaltens- oder Konfrontationstherapie den Patient:innen dabei helfen, ihrer Zwangsstörung den nötigen, aber keinen überbordenden Raum im Alltag zu bieten. Im Zuge der Therapie kann es auch zur medikamentösen Behandlung kommen, die allerdings immer ärztliche Begleitung benötigt.
Aber auch im sozialen Umgang mit Zwangsstörungen brauchen Betroffene viel Unterstützung: Wer mit einer Krankheit lebt, die popkulturell und gesellschaftlich oft als lustige Pointe oder kauzige Eigenart geframed wird, wird in seinem Leiden in vielen Fällen nicht ernst genug genommen. OCD ist viel mehr als ein Scherz, weil die Bücher im Regal nicht alphabetisch geordnet oder die Schüsseln in der Küche unordentlich sortiert wurden. Betroffene benötigen von ihren Liebsten Unterstützung, wenn die Zwänge überhandnehmen – am Besten in Form der Ermutigung, sich professionelle Hilfe zu suchen.